Dienstag, 19. Oktober 2010


Es war ein seltsames gefühl, als mein reales Leben sich tatsächlich mit den Comicfiktionen, die ich tagtäglich inhaliere, überschnitt. Aber setzen wir am besten ganz weit hinten an.
Wer zur Zeit in Frankreich mit seinem Auto unterwegs ist, tut gut daran, sich an die Autobahnen zu halten. Wie inzwischen auch für mich spürbar, ist die Streikkultur in Frankreich weitaus stärker ausgebildet als bei uns. Dies bekamen meine Freundin und meine Mutter schmerzlich zu spüren. Die Situation, in die sie geraten waren, erinnerte stark an ein von Karl Nagel geschriebenes und von Phillip Cassierer illustriertes Comic. http://www.schundburg.de/
Da die Raffinerien mitstreiken, werden die Tankstellen wenig bis gar nicht mit Öl beliefert. Dementsprechend saßen Nadine und meine Mutter, nachdem sie vergeblich stundenlang nach Benzin gesucht haben, an einer kleinen Tankstelle fest. Es hat über einen ganzen Tag gedauert, eine Tankstelle zu finden, die auch Benzin hat. Hinz kam, dass der Tank komplett leer war. Lediglich ein Paar hilfsbereite Engländer konnten einen Kanister organisieren, mit dem die Strecke zurückgelegt werden konnte. Diese wurden vom pöbelnden Mob fast gelyncht, als sie diesen füllten.
Die Bilanz ist ein Kulturschock, eine Nacht im Auto und ein Paar graue Haare mehr bei allen beteiligten. Vive la France !
Ich habe beschlossen, daraus eine kleine Kurzgeschichte zu machen, die ich direkt nach dem Einmarsch der Russen in Paris zeichnen werde.
Hier schon mal eine erste kleine Impression.
Ach ja, das ganze ist hier noch lange nicht ausgestanden. Heute morgen war der ganze Bahnhof von Angouleme von Streikenden bedeckt.
Bis zum nächsten mal.)

Kommentare:

  1. Ja. Heulomat ;)

    Dann baunse mal dat Land um, damit wir in Zukunft positivere Nachrichten aus der franzoesischen Zone lesen koennen, Herr "Russe".

    Herr "Pussy" geht ja leider nicht mehr, da det ja schon vergeben is.


    Kopf hoch, Kumoppel!

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  2. Liest sich sehr schön dein Bericht, auch wenn's inzwischen schon eine Weile her ist...

    Grüße von Ivo!

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